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Brutto vs. Netto: Was ist der Unterschied?

Auf deiner Gehaltsabrechnung steht ein Bruttobetrag – aber was davon landest wirklich auf deinem Konto? Hier erfährst du, welche Abzüge zwischen Brutto und Netto liegen und wie du dein Nettoeinkommen optimieren kannst.

Was bedeuten Brutto und Netto?

Bruttogehalt ist dein vereinbartes Gehalt vor allen Abzügen – der Betrag, der in deinem Arbeitsvertrag steht. Nettogehalt ist das, was nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen auf dein Konto überwiesen wird.

Die Differenz zwischen Brutto und Netto beträgt in Deutschland typischerweise 35–45 % des Bruttogehalts. Das bedeutet: Von 4.000 € brutto bleiben je nach Steuerklasse und Region etwa 2.400–2.600 € netto übrig.

Die Abzüge setzen sich aus zwei Hauptgruppen zusammen: Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer) und Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung).

Alle Abzüge im Überblick

  • Lohnsteuer: Progressiver Steuersatz von 14 % bis 45 %, abhängig von Einkommen und Steuerklasse
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % der Lohnsteuer – seit 2021 entfällt er für ca. 90 % der Steuerzahler
  • Kirchensteuer: 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % der Lohnsteuer – nur bei Kirchenmitgliedschaft
  • Krankenversicherung: 14,6 % Beitragssatz (AN-Anteil: 7,3 %) plus kassenindividueller Zusatzbeitrag
  • Pflegeversicherung: 3,6 % (AN-Anteil: 1,8 %), Zuschlag von 0,6 % für Kinderlose ab 23 Jahren
  • Rentenversicherung: 18,6 % (AN-Anteil: 9,3 %)
  • Arbeitslosenversicherung: 2,6 % (AN-Anteil: 1,3 %)

Sozialversicherungsbeiträge 2026

VersicherungGesamtbeitragArbeitnehmeranteilBeitragsbemessungsgrenze
Krankenversicherung14,6 % + Zusatzbeitrag7,3 % + ½ Zusatzbeitrag66.150 € / Jahr
Pflegeversicherung3,6 %1,8 % (2,35 % kinderlos)66.150 € / Jahr
Rentenversicherung18,6 %9,3 %96.600 € (West) / 96.600 € (Ost)
Arbeitslosenversicherung2,6 %1,3 %96.600 € (West) / 96.600 € (Ost)

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Beispielrechnung: 3.500 € brutto

So sieht eine typische Gehaltsabrechnung aus (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, keine Kinder, gesetzlich versichert):

Bruttogehalt3.500,00 €
− Lohnsteuer−383,83 €
− Solidaritätszuschlag−0,00 €
− Krankenversicherung (8,15 %)−285,25 €
− Pflegeversicherung (2,35 %)−82,25 €
− Rentenversicherung (9,3 %)−325,50 €
− Arbeitslosenversicherung (1,3 %)−45,50 €
Nettogehalt≈ 2.377,67 €

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Netto optimieren: Legale Wege zu mehr Geld

  • Steuerklasse prüfen: Verheiratete können durch die richtige Kombination (III/V oder IV-Faktor) mehrere hundert Euro monatlich sparen
  • Freibeträge eintragen lassen: Werbungskosten über 1.230 €, Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung – als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte
  • Sachbezüge verhandeln: Jobticket, Firmenwagen, Kita-Zuschuss oder Essensmarken sind oft steuer- und sozialabgabenfrei
  • Betriebliche Altersvorsorge: Entgeltumwandlung reduziert dein Brutto und damit Steuern und Sozialabgaben
  • Steuererklärung abgeben: Im Schnitt erhalten Arbeitnehmer über 1.000 € Erstattung – es lohnt sich fast immer

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Prozent vom Brutto bleibt als Netto?

Typischerweise bleiben 55–65 % des Bruttogehalts als Netto übrig. Der genaue Prozentsatz hängt von Steuerklasse, Einkommen, Bundesland und persönlichen Faktoren ab.

Was wird alles vom Bruttogehalt abgezogen?

Vom Brutto werden Lohnsteuer (14–45 %), Solidaritätszuschlag (ggf.), Kirchensteuer (ggf.) sowie Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

Wie berechne ich mein Nettoeinkommen?

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